Irgendwann kommt man in das Alter, in dem man seine Kindheitsträume realisieren kann. So gönnte ich mir vor ein paar Wochen meinen ersten Porsche. Und zwar den Revell easy-click Bausatz des Porsche Junior 108 Traktors, der ab den 50er Jahren bei der Porsche Diesel Motorenbau GmbH am Bodensee gebaut wurde. Wer mehr zu Technik und Werdegang erfahren möchte, bemühe bitte dieses Internet.

Das Modell von Revell entstammt der neuen easy click-Linie und soll es dem jungen Modellbaueinsteiger ab 10 Jahren ermöglichen, ein Modell ohne Farbe und Kleber „zusammenzuklicken“ resp. zu stecken. Das funktioniert m.E. sehr gut. Für knapp 25 € bekommt man folgendes für sein Geld:

Die Teile sind sauber aus der Form gekommen. Ich habe nur eine Sinkstelle gefunden. Der Bau resp. das Zusammenstecken geht flott von der Hand. Ich habe knapp 1,5 Stunden gebraucht, bis alle Teile für das Lackieren vorbereitet waren.

Für mich liegt der Reiz bei diesem Modellbausatz darin, dass man aus dem relativ „simplen“ Modell durch den Einsatz entsprechender Technik ein kleines Schmuckstück, dem der harte Alltag auf dem Feld anzusehen ist, fertigstellt.

Die Lackierung erfolgt mit dem Airbrush. Dafür habe ich die Teile zunächst mit dem Revell Aqua Basic grundiert. Dann wurde im nächsten Schritt (Rost-)Löcher und Beulen eingebracht. Hierzu wurde das Material an einigen Bauteilen mit einem Rosenkopffräser ausgedünnt. Hier ist äußerst vorsichtig vorzugehen. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ ist das Motto. Sonst fräst man sich schnell durch das Material und dann ist flicken angezeigt.

Weiter ging es mit den Beulen. Auch hier ist äußerste Vorsicht geboten, da sich Plastik unter Wärmeeinwirkung verändert. Ich habe ein Teelicht genommen und habe die Motorhaube 2-3 Sekunden knapp über der Flamme gehalten und dann das Teil noch ein paar Mal ganz kurz über die Flamme gehalten. Mit einem Schraubendreher habe ich dann die Motorhaube eingebeult.

Nach der Grundierung wurden die Teile mit verschiedenen Brauntönen vorlackiert. Da ich das Modell mit der „Salztechnik“ etwas altern möchte, wurde anschließend der „Rost“ mit Klarlack versiegelt. Auf den noch feuchten Klarlack wird nun das Salz vor dem eigentlichen Farbauftrag auf das Modell aufgebracht. Anschließend kann mit dem ersten Farbauftrag der Grundfarbe Revell Aqua  36 Karminrot begonnen werden. Um etwas Abwechslung in den Farbauftrag zu bringen, wurde einige Bereiche mit Revell Aqua 31 Feuerrot übernebelt.

Nach dem Trocknen der Farbe musste das Salz natürlich auch wieder runter. Hierfür benutze ich verschiedene Gegenstände aus dem Haushalt wie eine ausrangierte Zahnbürste, die raue Seite eines Schwamms und Wattestäbchen.

Mit den befeuchteten Borsten der Zahnbürste wird zunächst die Farbschicht über dem Salz „aufgeklopft“. Durch das Wasser löst sich das Salzkristall auf und nun kann die darüberliegende Farbschicht mit der rauhen Seite des Schwamms vorsichtig abgescheuert werden. Zum Vorschein kommt die darunter liegende „Rostschicht“.

Im nächsten Schritt ging es mit der Detailbemalung weiter. Neben der Bauanleitung hilft auch hier das Internet weiter, da es zahlreiche Bilder von Originalen gibt, auf die man zurückgreifen kann.

Zum Einsatz kamen die Revell Aqua Farben sowie das Pigment-Set von Revell, um weiteren Rost und Verschmutzungen bzw. Verwitterungen aufzubringen. Die Pigmente wurde durch den Klarlack von Revell auf dem Modell fixiert.

Die letzten Teile wurden montiert und bei den Felgen ging es weiter mit ein paar Korrekturen sowie der Behandlung mit einem Rosteffekt-Washing. Ich verwende nach der Lackierung mit Acryl-Farbe Washings auf Enamel-Basis. Ich greife hierbei auf Fertigprodukte z.B. von MIG oder AK interactive zurück.

Um zuviel aufgetragene Farbe bzw. in diesem Fall Pigmente wieder zu entfernen, greife ich auf sogenanntes „White spirit“ zurück. Ein geruchsfreies Terpentin aus dem Künstlerbedarf. Damit bekommt man i.d.R. die Farbe, die noch nicht ganz durchgetrocknet ist, wieder runter.

Die sehr schön profilierten Reifen habe ich etwas abgeschliffen und anschließend mit Pigmenten verschmutzt. Für die feineren Vorderreifen griff ich auf ein helles Washing zurück. Überschüssige Farbe entfernte ich wieder mit dem geruchslosen Terpentin.

Abschließend wurde das Modell mit einer Schicht glänzendem Klarlack versiegelt, damit im nächsten Schritt die Decals aufgebracht werden können.

Geschafft. Der Zusammenbau ging einfach und schnell. Und bei der anschließenden Lackierung/Alterung kann man sich ausprobieren resp. austoben. Und da ich gerade im Schwung war, habe ich noch schnell ein „Mini-Diorama“ für die Präsentation meines ersten Porsches gebaut. Den Bau habe ich hier in der Revell Community dokumentiert.

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