Wenn ihr euch mit Luftkriegs‑Modellen beschäftigt, kennt ihr die Bf 109 als Dauerbrenner auf dem Schreibtisch. Doch die Revell‑Ausgabe der Messerschmitt Bf109G‑10 „Erla“ im Maßstab 1:32 ist etwas Besonderes, sie greift eine der letzten und zugleich technisch ausgereiftesten Gustav‑Versionen auf und bringt sie in einer Form auf den Basteltisch, die sowohl für erfahrene Modellbauer als auch für motivierte Einsteiger reizvoll ist.
Was macht die Bf109G‑10 „Erla“ historisch aus?
Die Bf109G‑10 ist formal noch ein Gustav, gehört aber inhaltlich schon an die Schwelle zur letzten großen Neuentwicklung, der Bf109K‑Serie. Sie entstand, als die DB‑605‑D‑Motoren für die K‑Baureihe noch nicht in ausreichender Zahl liefen und stattdessen in bestehende G‑Rümpfe eingebaut wurden, bei Erla in Leipzig als neue Produktionsvariante, nicht als bloßes Umrüst‑Projekt. In den Unterlagen der Luftwaffe taucht sie teils etwas spöttisch als „Bastardflugzeug“ auf, weil sie die Linie der reinen G‑Baureihe durchbricht und gleichzeitig die Basis für die letzten Gustav‑Einsätze bildet.
Die „Erla‑Produktion“ zeichnet sich unter anderem durch eine verbesserte, weitgehend glatte Rumpfform und die sogenannte Erla‑Haube aus, eine große, nahezu runde Kanzel mit besserer Rundumsicht. Diese Haube wird manchmal fälschlich als „Galland‑Hood“ bezeichnet, tatsächlich ist sie aber die Serienlösung, die auch bei späteren Varianten zum Standard wurde. Hinzu kommen ein höheres Seitenleitwerk aus Holz, vergrößerte Querruder und ein leicht modifiziertes Fahrwerk, das sowohl optisch als auch aerodynamisch das Bild eines späten, sehr schnellen 109er prägt.
Historische Einsätze und Pilotenlegenden
Die Bf109G‑10 ging ab Herbst 1944 in Serie und war damit eines der letzten neuen Jagdflugzeuge, das die Luftwaffe noch in nennenswerter Zahl erhielt. Sie diente vor allem auf dem westlichen und südlichen Kriegsschauplatz, etwa bei JG 300, die als „Wilde Sau“‑Nachtjagd‑Einheit zunächst gegen britische Bomber operierte und später auch tagsüber gegen US‑Bomberverbände flog. Auf dem osteuropäischen Frontabschnitt trafen späte G‑10er auf den Schlachtfeldern um Ungarn und Rumänien auf sowjetische Jäger und Angriffsflugzeuge und waren bis Kriegsende im Einsatz.
Für viele Modellbauer ist die Verbindung zu Erich Hartmann ein besonderer Reiz. Der „Ass der Asse“ mit über 350 Luftkämpfen flog in seinen letzten Kriegsjahren vor allem Bf109G‑Varianten und wurde später mit einer Bf109G‑10 der Erla‑Produktion in Verbindung gebracht, die er bei JG 52 flog. Revell greift diese Verbindung direkt auf: Einer der beiden Lackierungen in unserem Bausatz zeigt eine Maschine mit den typischen Markierungen und dem weißen Pfeil‑Muster, das Hartmanns Flugzeugen zugeordnet wird.

Die Bf109 als Typ ist natürlich in Filmen und Serien omnipräsent, von „Battle of Britain“ über „The Bunker“ bis hin zu modernen Dokumentationen und Spielfilmen zum Luftkrieg. Konkret die G‑10‑Variante taucht vor allem in Dokumentationen und Museumsfilmen auf, etwa wenn historische Bf109G‑10‑Exemplare aus Museumsbeständen vorgestellt werden. Einige Modell‑ und Luftfahrt‑YouTube‑Kanäle zeigen zudem Nachbauten oder 1:1‑Restaurierungen von Bf109G‑10‑Maschinen, darunter auch solche, die auf Hartmanns späte Einsatzzeit verweisen.
In der Fachliteratur sind die G‑10‑Varianten in zahlreichen Bf109‑Monografien und Detail‑Büchern vertreten, etwa in Werken, die sich explizit mit den „Gustav“‑Versionen beschäftigen. Dort findet ihr detaillierte Fotos, Zeichnungen und Varianten‑Übersichten, die euch helfen, eure Revell‑G‑10 noch genauer auf eine bestimmte Staffel oder einen bestimmten Einsatzort abzustimmen.
Der Revell‑Bausatz im Detail und was euch auf dem Basteltisch erwartet
Unser Modellbausatz der Messerschmitt Bf109G‑10 „Erla“ im Maßstab 1:32 umfasst 147 Einzelteile und ist als Schwierigkeitsgrad Level 5 klassifiziert also klar für Modellbauer gedacht, die schon ein paar 1:32‑Projekte hinter sich haben, aber noch keine Profi‑Feinmechaniker sein müssen. Die Länge von rund 28,4 cm und die Spannweite von etwa 31 cm machen das Modell zu einem imposanten Stück für die Vitrine, ohne dass es völlig überdimensioniert wirkt.
Das Cockpit ist einer der stärksten Punkte des Kits: Es besteht aus rund 19 Teilen und bildet eine detaillierte „Kanzel‑Kabine“ mit Instrumentenbrett, Gurten und Verstrebungen. Wer möchte, kann hier noch mit zusätzlichen Gurten oder Fotoätz‑Details arbeiten, aber auch im serienmäßigen Zustand entsteht ein sehr überzeugender Innenraum, der beim Blick durch die Kanzel sofort auffällt.
Die beweglichen Steuerflächen Querruder, Höhenruder und Seitenruder sind so ausgeführt, dass ihr die Maschine entweder mit neutralen oder leicht abgewinkelten Flächen darstellen könnt. Das Fahrwerk ist wahlweise ein‑ oder ausgefahren abbildbar; dazu gibt es separate Teile für die Fahrwerkstüren, sodass ihr eure Bf109 entweder start‑ oder landefertig präsentieren könnt.

Im Bausatz findet ihr zwei Lackier‑Varianten, die euch direkt in die späten Kriegsjahre führen. Eine davon ist die bereits erwähnte Maschine mit weißen Pfeilen und Markierungen, die an Erich Hartmanns Flugzeug erinnern. Die zweite Variante zeigt eine Bf109G‑10 von JG 300, die in den letzten Monaten des Krieges über Deutschland gegen US‑Bomberverbände operierte und mit einer eher schlichten, aber sehr charakteristischen Tarn‑ und Kennzeichnung ausgestattet ist.
Beide Varianten nutzen die typischen Rundungen der Erla‑Haube und das höhere Seitenleitwerk, sodass ihr euch beim Bemalen bewusst machen könnt, wie sich die späten Gustav‑Versionen optisch von früheren G‑6‑Modellen unterscheiden. Wer Lust hat, kann sich auch an einer eigenen Interpretation versuchen etwa einer hypothetischen „Erla‑G‑10“ in einer anderen Staffel oder mit individuellen Staffel‑Schriftzügen, die ihr aus Fotos und Fachliteratur ableitet.

Die Messerschmitt Bf109G‑10 „Erla“ basiert auf der Produktion der Erla‑Werke in Leipzig, die ab 1944 neue G‑10‑Rümpfe mit den leistungsstarken DB‑605‑D‑Motoren montierten. Diese Kombination aus bewährtem Rumpf und modernem Motor machte die G‑10 zu einem der schnellsten Gustav‑Varianten, die je flogen, und sie gilt bei vielen Enthusiasten als eine der letzten echten Spitzen‑Jagdflugzeuge der Luftwaffe.
Unser Revell‑Bausatz ist eine Neuauflage der 2014 erschienenen Erstversion und profitiert von Erfahrungen, die wir inzwischen mit anderen 1:32‑Flugzeugen gesammelt haben. Die Bauanleitung ist im typischen Revell‑Stil gehalten, mit klaren Schritt‑für‑Schritt‑Darstellungen und einer kompletten Teileübersicht, sodass ihr euch auch bei komplexeren Schritten gut zurechtfindet.
Warum diese Bf109G‑10 „Erla“ einen festen Platz in eurer Vitrine verdient
Für uns als Modellbauer ist die Revell‑Bf109G‑10 „Erla“ ein Projekt, das Technik, Geschichte und Ästhetik auf sehr elegante Weise verbindet. Ihr baut nicht nur ein weiteres 109‑Modell, sondern eine Maschine, die an der Grenze zwischen Gustav‑Ära und der letzten großen Entwicklungslinie steht. Die Verbindung zu legendären Piloten wie Erich Hartmann, die Einsatzgeschichte bei JG 300 und die Präsenz in Museen und Dokumentationen machen die G‑10 zu einem Flugzeug, das ihr beim Bemalen und Aufstellen immer wieder neu entdeckt.
Ob ihr euch für die Hartmann‑Variante mit ihren markanten weißen Pfeilen entscheidet oder lieber die eher nüchterne, aber atmosphärisch starke JG‑300‑Maschine wählt – die Revell‑Bf109G‑10 „Erla“ im Maßstab 1:32 ist ein Projekt, das sich lohnt, wenn ihr Lust auf ein anspruchsvolles, aber gut durchdachtes 1:32‑Flugzeug habt.
https://revell.com/products/messerschmitt-bf109g-10-erla
Inspirationen zum Bau
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